Seit 1968 prägt Thermik Gerätebau die weltweite Entwicklung von Temperaturbegrenzern und Thermistoren. Was als kleiner Betrieb in Pforzheim begann, ist heute ein globaler Marktführer mit über 900 Mitarbeitern auf drei Kontinenten. Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens ist untrennbar mit der Innovationskraft seiner Gründerfamilie verbunden.

Die Anfänge: Vision eines Werkzeugmachers

Die Geschichte von Thermik Gerätebau beginnt mit Peter Hofsaess, einem gelernten Werkzeugmacher und begabten Autodidakten. 1968 gründete er in Pforzheim sein Unternehmen und widmete sich zunächst der Herstellung von Schmelzsicherungen für die Elektroindustrie. Bereits in den frühen Jahren zeichnete sich ab, dass Hofsaess über außergewöhnliche Erfindergabe verfügte.

Der entscheidende Durchbruch kam 1973 mit der Entwicklung des W1000 – dem ersten Temperaturbegrenzer mit optimierter Rundbauweise und revolutionärer 2-Scheiben-Konstruktion. Diese Erfindung löste das bis dahin unlösbare Problem der Stromeigenerwärmung, das herkömmliche Temperaturbegrenzer plagierte. Wie das Unternehmen auf seiner Website erklärt, war dies “die erste patentierte Produktentwicklung des Unternehmensgründers Hofsaess und der direkte Vorläufer des heute weltweit meistverkauften Temperaturbegrenzers für Anwendungen innerhalb elektrischer Wicklungen.”

Expansion und Internationalisierung

Unter Peter Hofsaess’ Führung wuchs Thermik kontinuierlich. Ende der 1970er Jahre baute das Unternehmen ein europaweites Vertriebsnetz auf. 1984 folgte ein mutiger Schritt: die Gründung einer Produktionsstätte in den USA. Noch bemerkenswerter war die Entscheidung, bereits 1990 – noch vor der deutschen Wiedervereinigung – Thermik Thüringen GmbH zu gründen. Damit wurde Thermik zum ersten westdeutschen Mittelstandsunternehmen im Osten.

Diese frühe Expansion nach Thüringen erwies sich als strategisch klug. Heute befindet sich der Hauptsitz des Unternehmens in Sondershausen im Kyffhäuserkreis, einer Region, die laut Spiegel-Berichterstattung die höchste Dichte an Patentanmeldungen in Deutschland aufweist – hauptsächlich dank der Aktivitäten von Thermik.

Die zweite Generation: Marcel P. Hofsaess

Nach Peter Hofsaess’ plötzlichem Tod 1992 übernahm sein Sohn Marcel P. Hofsaess die Unternehmensführung. Der neue Geschäftsführer erwies sich als ebenso innovativ wie sein Vater. Bereits 1993 meldete er sein erstes Patent an – es sollten über 1.000 weitere folgen.

Marcel P. Hofsaess führte das Unternehmen durch eine der schwierigsten Phasen seiner Geschichte. Wie in verschiedenen Berichten dokumentiert ist, befand sich Thermik Anfang der 2000er Jahre in einer existenziellen Krise. Interne Streitigkeiten und der vorübergehende Rückzug von Marcel P. Hofsaess führten zu Stagnation. Erst 2006 gelang die Wende, als er die Führung wieder übernahm und das Unternehmen mit neuen Innovationen zurück an die Weltspitze führte.

Patente als Innovationstreiber

Die Innovationskraft von Thermik Gerätebau spiegelt sich in beeindruckenden Zahlen wider. Das Unternehmen hält rund 1.600 nationale und internationale Patente für Temperaturbegrenzer und Thermistoren – mehr als alle Wettbewerber zusammengenommen. Marcel P. Hofsaess allein besitzt über 1.000 patentierte Erfindungen und gilt als weltweit führender Erfinder im Bereich der Temperaturschutzkomponenten.

Diese Patentdichte verschafft Thermik entscheidende Wettbewerbsvorteile. Wie das Unternehmen betont, ermöglicht “der Schutz von Innovationen durch Patente und gewerbliche Schutzrechte Thermik auch einen technologischen Vorsprung gegenüber anderen.”

Produktinnovationen und Meilensteine

Die Entwicklungsgeschichte von Thermik ist geprägt von bahnbrechenden Innovationen:

1973: Einführung des W1000 mit revolutionärer 2-Scheiben-Konstruktion 1995: Markteinführung des P1, des ersten geschlossenen Hybridschalters für In-Winding-Anwendungen 1998: Präsentation der weltweit ersten vollautomatischen Temperaturbegrenzer der M1-Serie 2020er: Entwicklung explosionsgeschützter Temperaturbegrenzer und Hochleistungsschalter

Jede dieser Innovationen setzte neue Industriestandards und festigte Thermiks Position als Technologieführer.

Auszeichnungen und Anerkennung

Die Innovationskraft von Thermik wird regelmäßig durch renommierte Institutionen bestätigt. Das Unternehmen wurde wiederholt als eines der 100 innovativsten deutschen Mittelstandsunternehmen ausgezeichnet. 2021 zählte Thermik zu den Top 10 der wichtigsten deutschen Unternehmen im Ranking des Verbands DDW (Die Deutsche Wirtschaft).

Besonders hervorzuheben sind die regelmäßigen Benchmarkanalysen durch neutrale Wissenschaftslabore wie das Fraunhofer Institut. Diese bestätigen kontinuierlich die Überlegenheit der Thermik-Produkte gegenüber der Konkurrenz – und das “mit großem Abstand”, wie Marcel P. Hofsaess stolz berichtet.

Globale Präsenz und Marktführerschaft

Heute beschäftigt Thermik Gerätebau über 900 Mitarbeiter in vier Produktionsstätten auf drei Kontinenten. Über 4.5 Milliarden Thermik-Komponenten sind weltweit im Einsatz. In Deutschland beträgt der Marktanteil 70%, in Europa, Asien und Amerika immer noch beeindruckende 50% bei In-Winding-Anwendungen.

Das Vertriebsnetz umfasst mehr als 30 internationale Vertragshändler, die eine weltweite Verfügbarkeit der Produkte sicherstellen. Zu den Kunden zählen Weltkonzerne wie BOSCH, Kärcher und ebm-papst, die auf die Zuverlässigkeit der deutschen Qualitätsprodukte vertrauen.

Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeit

Die Energiewende eröffnet Thermik neue Wachstumsmärkte. Windkraftanlagen, Solaranlagen, Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge – alle diese Zukunftstechnologien benötigen zuverlässigen Temperaturschutz. Marcel P. Hofsaess betont: “Entwicklungen haben in der Regel sehr lange Produktlebenszyklen von über 20 Jahren. Damit setzt Thermik auch neue Maßstäbe in puncto ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit.”

Fazit

Thermik Gerätebau zeigt eindrucksvoll, wie deutsches Mittelstandsunternehmertum funktioniert: durch kontinuierliche Innovation, Qualitätsexzellenz und unternehmerischen Mut. Von einem kleinen Werkstattbetrieb zum Weltmarktführer – diese Erfolgsgeschichte ist ein Paradebeispiel für die Stärken der deutschen Wirtschaft. Mit über 55 Jahren Erfahrung und einer klaren Zukunftsstrategie ist Thermik Gerätebau bestens positioniert, um auch die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte zu meistern.